Friedrich Zempel

Kurator der Stiftung Elemente der Begeisterung

„Die meisten Ziele, die junge Leute anstreben, sind nicht neu. Sie werden von den Älteren,  der Gesellschaft oder dem Staat vorgegeben. Auf diese Weise wird der Status quo gewahrt. Eine Weiterentwicklung der Gesellschaft setzt jedoch voraus, dass die Jugend neue Ziele definiert und neue Wege beschreitet. Als „Wegweiser“ taugen wir Älteren nicht. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass wir auf die von uns selbst ausgetretenen Pfade verweisen. Aber als „Streckenposten“ (das sind die Leute, die den Wettkämpfern die Wasserflaschen reichen) sind wir noch zu gebrauchen. So ein „Streckenposten“ will ich für die Stiftung gerne sein.“

 

Friedrich Zempel wurde kurz nach dem Krieg in Niedersachsen geboren. In seiner Jugend erlebte er die stürmische Entwicklung des Wirtschaftwunders. Aus der Distanz des nur partiell integrierten Kindes vertriebener Eltern beobachtete er, dass mit dem steigenden Wohlstand die Solidarität in der Gesellschaft und das Interesse an Kultur abnahmen. Aus Bürgern wurden Konsumenten.

 

Als Schüler begann er, sich für politische und soziale Fragen zu interessieren. In den sechziger Jahren teilte er mit der Mehrheit seiner Generation die Kritik an den bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen. Während seiner Schulzeit und seines Jura- und Sowistudiums verwandte er die meiste Zeit darauf, sich mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragen zu befassen. Nur widerwillig absolvierte er die Pflichtveranstaltungen.

 

Das Interesse an theoretischen Fragen ist aber nur die eine Seite seines Charakters. Viel stärker ausgeprägt ist sein Wunsch, an der Gestaltung seiner Umwelt und der Gesellschaft mitzuwirken und denen zu helfen, die  ein ähnliches Schicksal erlitten haben wie seine eigene Familie, den Spätaussiedlern, den Menschen aus Mittel- und Osteuropa und den ausländischen Flüchtlingen. 

 

In seiner Schulzeit engagierte er sich in der Schülermitverwaltung, in schulischen Arbeitsgemeinschaften, in der evangelischen Vertriebenenjugend, im deutsch-französischen Jugendwerk und in politischen Gruppen.

 

Als Student und später als leitender Beamter in verschiedenen Behörden behielt er dieses soziale Engagement bei.

 

Die friedliche Revolution von 1989 und die politischen Veränderungen in den Staaten Mittel- und Osteuropas ermöglichten ihm, eine Beitrag zur Verbesserung der Beziehungen zu den Menschen in diesen Staaten zu leisten, privat in Vereinen und beruflich als Referatsleiter für studentische Angelegenheiten im sächsischen Wissenschaftsministerium. 

 

Die Gründung der Stiftung Elemente der Begeisterung begrüßte er lebhaft. Insbesondere die Kontakte der Leipziger Studenten mit Kommilitonen aus den Nachbarländern möchte er unterstützen.