18. Treffen des Kreises Junge Menschen und Stiftungen in Hamburg

Schwerpunkt: Arbeitsmarkt Stiftungswesen: Berufsbilder und Karrierewege

 

Junge Menschen engagieren sich in Stiftungen für die Gesellschaft. Unsere Tagung engagiert sich für ihre Berufswege! Das Treffen fand am Freitag, 28. und Samstag, 29. Oktober 2016 im neuen Stiftungsgebäude der Joachim Herz Stiftung statt. Zielgruppe waren Engagierte von 18 bis 45 Jahren.

 

Welche Jobs bieten Stiftungen? Was sind die wichtigsten Komponenten für einen erfolgreichen Berufsweg? Hierüber sprachen der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, der Personalchef der Robert Bosch Stiftung, die Geschäftsführerin von Talents4good und weitere Entscheider. Persönliche Erfahrungsberichte junger Stiftungsmanager aus der VolkswagenStiftung, BMW Stiftung Herbert Quandt, Körber Stiftung u.v.a. sowie produktive Workshops ergänzten das Programm.

 

 

© Joachim Herz Stiftung, Foto: Andreas Klingberg

Tagungsbericht

Wie können junge Menschen ihren Platz im Stiftungswesen finden? Wie können sich Karrieren im Sektor entwickeln? Und welche Möglichkeiten und Methoden haben Stiftungen, um gutes Personal zu finden, das wirkungsvolle Antworten auf transdisziplinäre Herausforderungen entwickeln kann? Diese und weitere Fragestellungen wurden auf dem 18. Treffen des Kreises Junge Menschen und Stiftungen von mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

 

Als Gastgeberin eröffnete Andrea Pauline Martin, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung, die Tagung und gab anhand ihrer eigenen Berufslaufbahn ein Beispiel und einen individuellen Einblick, wie vielseitig ein Weg in das Stiftungswesen aussehen kann.

 

Im Anschluss sprach der neue Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Felix Oldenburg, über die Zukunft des deutschen Stiftungssektors und über den aktuellen Wandel hin zu einer stärkeren Wirkungsorientierung, im Zuge dessen sich Stiftungen auch im Wettbewerb mit Unternehmen aus der Privatwirtschaft befänden. In Zukunft werde es darum gehen, Wege und Methoden zu finden, um gute Ideen und dazugehörige Umsetzungsmöglichkeiten zu finden und Kooperationen auszubauen. Felix Oldenburg beschrieb darüber hinaus auch seinen persönlichen Werdegang hin zu seiner jetzigen Position als Generalsekretär. Ausgehend von einem Studium der Philosophie, über eine Beschäftigung als Unternehmensberater war er länger im Social Entrepreneurship tätig und fand damit seinen Zugang zum gemeinnützigen Sektor.

 

Wie die Personalpolitik einer großen unternehmensverbundenen Stiftung aussieht und welche Einstiegs- und Entwicklungspotentiale sich den Mitarbeiter einer solchen Stiftung bieten, konnten die Teilnehmer der Tagung von Roland Bender, Bereichsleiter Personal der Robert Bosch Stiftung, erfahren. Im Rahmen eines Workshops erarbeiteten sie unter der Anleitung von Roland Bender bereichernde Ansätze für eine selbstverantwortliche Karriereentwicklung und schulten sich im Umgang mit Personalgesprächen.

 

Nach dem ersten inhaltlichen Block standen das gegenseitige Kennenlernen und der persönliche Austausch im Vordergrund. Angeleitet durch das Organisationsteam der Tagung, bestehend aus Anja Gossens, Projektmanagerin der Joachim Herz Stiftung; Caroline Gleim, Referentin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen sowie Dr. Robert Benjamin Biskop und Dr. Anna Punke-Dresen, Vorsitzende des Beirats Junge Menschen und Stiftungen, lernten sich die Teilnehmer im Rahmen eines Speed Datings kennen und tauschten sich über persönliche Motive und Erwartungen an die Tagung und an eine Tätigkeit im Stiftungskontext aus. Die verschiedensten Motive für eine potentielle oder tatsächliche Tätigkeit im Stiftungssektor spiegeln auch die Vielseitigkeit des Stiftungssektors und die unterschiedlichsten Tätigkeitfelder wider, die auch von Dr. Jasmin Gharsi-Krag beschrieben wurden. Sie betreut als Referentin am Deutschen Stiftungszentrum eine Vielzahl von Treuhand-Stiftungen. Dabei steht in ihrer Arbeit neben der Abwicklung von Förderungen insbesondere die Beratung von Stiftern im Vordergrund.

 

Neben den fachlichen Interessen und Fähigkeiten zeichnet sich eine Arbeit im gemeinnützigen Sektor in der Regel durch eine große Motivation der Mitarbeiter aus. Dies zeigten die Geschäftsführerin von Talents4Good, Carola von Peinen, und ihre Kollegin Annika Behrendt, Senior-Projektmanagerin. Bei der Vorstellung ihres Unternehmens gingen sie auf den Aspekt der Begeisterung ein, nach dem sie im Rahmen ihrer Arbeit als Personalvermittler geeignete Bewerber auswählen bzw. empfehlen. Talents4Good hat sich dabei explizit auf die Vermittlung von Jobs mit gesellschaftlicher Wirkung spezialisiert.         

 

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Vortrag von Dr. Robert Benjamin Biskop, der anhand von filmischen Sequenzen aus "James Bond" verschiedene Berufszenen vorstellte.

 

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand eine Podiumsgespräch mit Andreas Geis (Programm-Manager der Körber-Stiftung), Mathias Bastin (Geschäftsführer der Kultur- und Sozialstiftung der Kreissparkasse Heilbronn), Julia Sandner (Referentin Personal Ausland der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.), Armin Pialek (Projektleiter der BMW Stiftung Herbert Quandt), Roman Weigand (Senior Referent bei Cosiqua) sowie mit Dr. Oliver Grewe (Referent der VolkswagenStiftung) und Dr. Anna Punke-Dresen. Neben den individuellen Zugängen und Berufswegen, die in den meisten Fällen sehr unterschiedlich verlaufen und von zufälligen Begegnungen und Entwicklungen geprägt waren, gingen die Referenten auch auf die Schwierigkeiten für Absolventen ein, direkt nach der Uni einen Job im Stiftungswesen zu finden. Sie empfahlen sich frühzeitig Netzwerke aufzubauen und damit Zugänge zu entwickeln. Darüber hinaus berichteten sie über ihren Alltag, über Chancen und Risiken und die Vereinbarkeit von ihren beruflichen Tätigkeiten mit Familien und privaten Interessen. Hier zeigte sich, dass der Stiftungssektor Nachholbedarf hat, insbesondere bei der Ermöglichung von Teilzeit-, Telearbeit und der Umstellung auf individualistischere Arbeitszeitmodelle.

 

Nach einem sich anschließenden Workshop mit Dr. Oliver Grewe, bei dem gemeinsam zu individuellen Stärken und dem Thema Motivation gearbeitet wurde, fand eine Evaluation des Treffens und ein abschließender Ausblick auf das nächste Treffen des Kreises am 24. und 25. März 2017 statt. Die Teilnehmer lobten die gute Organisation und Vorbereitung, die inspirierenden Referenten und Redner und empfanden vor allem das kollegiale Miteinander und den vertrauensvollen Umgang untereinander als persönliche Bereicherung. Insbesondere der persönliche Austausch mit den anderen Tagungsteilnehmern in einem geschützten Rahmen wurde positiv bewertet.

© der beiden Flipcharts bei Dr. Oliver Grewe (www.oliver-grewe.de)

Dokumentation:

 

Text: Max Münz und Dr. Anna Punke-Dresen sowie Fotos: Christian Hochmuth

 

Organisation und Leitung der Tagung:

 

Anja Gossens, Projektmanagerin Perlenfonds & Evaluation, Joachim Herz Stiftung; Dr. Robert Benjamin Biskop, Dr. Anna Punke-Dresen, Julia Lindner, Vorstände, Stiftung Elemente der Begeisterung; Caroline Gleim, Referentin, Bundesverband Deutscher Stiftungen

 

Dank:

 

Wir bedanken uns für die Förderung der Joachim Herz Stiftung sowie für die Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Links

Programm

Anmeldung

Gastgeber

Kooperationspartner

Ansprechpartner

Portrait Robert Biskop

Dr. Robert Benjamin Biskop
1. Vorsitzender des Beirats Kreis Junge Menschen und Stiftungen

stiftung[at]edb-stiftung.de

Portrait Anna Punke

Dr. Anna Punke-Dresen

2. Vorsitzende des Beirats Kreis Junge Menschen und Stiftungen

punke[at]edb-stiftung.de