Dido und Äneas, 2008-09 

Trinationaler Projektzyklus mit Workshops in Deutschland, Frankreich und Tunesien

Okzident trifft Orient: 35 Studierende aus Frankreich, Tunesien und Deutschland erarbeiteten eine gemeinsame Inszenierung von "Dido und Äneas" -  ein wahrer Brückenschlag zwischen Europa und Nordafrika.

 

Während eines 10-tägigen Aufenthalts in Tunesien hatten die über 35 Jugendlichen Gelegenheit, durch gemeinsame künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit die jeweils andere Kultur besser verstehen zu lernen. Die Ergebnisse stellten sie in Form einer multimedialen Aufführung in der Residenz des deutschen Botschafters in Tunis vor.

 

Ziel des Workshops vom 14. bis 23. März 2009 war es, eine interdisziplinäre Neufassung des Theaterstückes "Dido und Äneas" auf Grundlage der Barockoper von Henry Purcell zu schaffen. Bei der Inszenierung flossen Elemente aus allen drei Herkunftsländern in die Darstellung ein. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der arabischen Kultur Tunesiens. Neben "Dido und Äneas" dienten die "Märchen aus 1001 Nacht" den jungen Künstlern als eines von mehreren Leitmotiven. So wurden beispielsweise arabische Instrumente mit okzidentalen Jazz-Klängen kombiniert. 

 

"Wir haben die mythologische Geschichte 'Dido und Äneas' ausgewählt, weil sie zum arabischen wie zum europäischen Kulturkreis gleichermaßen gehört. So ergibt sich bereits durch das künstlerische Sujet eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit", so Robert Benjamin Biskop, Mitgründer der Stiftung.

 

Höhepunkt der Reise war die Jazz-Matinée am 22. März in der Residenz des deutschen Botschafters in Tunis, Dr. Horst-Wolfram Kerll. Ende August wurde das Stück in Leipzig erneut geprobt und am 1. September in der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig feierlich präsentiert. An diesem Tag erhielt das Projekt auch die Urkunde von Bundespräsident Köhler als ein "Ort im Land der Ideen" 2009.

 

Durch das Zusammenspiel junger Menschen unterschiedlicher Herkunft ließen sich Abstraktes wie Fremdsein, Aufbruch, Abenteuer und Vertreibung nachhaltig erfahrbar machen. Auch die Zuschauer der Aufführungen konnten erleben, wie Grenzen durch interkulturellen Austausch überwunden wurden.

 

Das Projekt wurde durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und das Studentenwerk Leipzig unterstützt und kooperierte mit den Studentenräten der Hochschule für Musik und Theater und der Hochschule für Grafik und Buchkunst. 

 

 

 

Die Projektorte des trinationalen Zyklus dreier Workshops waren:

  • Cap d’Ail und Lyon (Frankreich) im August 2008
  • Touzeur, Hammamet und Tunis (Tunesien) im März 2009
  • Dessau, Wörlitz und Leipzig (Deutschland) im August 2009 

Die Stationen hatten pro Land eine Dauer von jeweils etwa zwei Wochen.