Unsere Kuratorin Christine Cavalli wurde zum Chevalier dans l’ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt

 

Im 50. Jubiläumsjahr des Elysée Vertrages ehrte der französische Botschafter in Deutschland, S.E. Maurice Gourdault-Montagne unsere Kuratorin Christine Cavalli für ihre Verdienste um die Verbreitung der französischen Kunst und Literatur mit dem Titel eines Ritters im Orden für Kunst und Literatur der Republik Frankreich. Gleichzeitig mit ihr erhielt auch der Direktor der Leipziger Buchmesse Oliver Zille die Insignien dieses Ordens.

 

Der Orden für Kunst und Literatur ist die höchste Auszeichnung des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation und wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ihr künstlerisches oder literarisches Schaffen ausgezeichnet oder um die Strahlkraft der Kunst und Literatur in Frankreich und in der Welt verdient gemacht haben.

 

Monsieur Gourdault-Montagne, der diese Ehrung am 16. April 2013 in einer bewegenden Feierstunde im Institut français in Leipzig vornahm, betonte in seiner Rede, dass beide Leipziger Persönlichkeiten in bemerkenswerter Weise zur Völkerverständigung beitragen und zu den Menschen gehören, die die tiefe Kulturaffinität zwischen Deutschland und Frankreich jeden Tag hegen und pflegen.

 

© Ingeborg Jahn, Gabriele Gühmann und Horst Müller

 

 

Seit Anfang der 1990er Jahre haben Christine Cavalli und Oliver Zille u.a. dafür gesorgt, dass Frankreich sowohl auf der Leipziger Buchmesse als auch beim Lesefest Leipzig liest auf bestem literarischen sowie kultur- und bildungspolitischen Niveau vertreten wurde: durch die renommierten Schriftsteller, die im Institut Français und auf der Messe gelesen und signiert haben; durch den Preis Prix des lycéens allemands, der wesentlich zur Förderung der französische Sprache in Deutschland beiträgt, oder durch die wichtigen Akteure der Buch-, Kultur- und Verlagsbranche, die 2013 anlässlich des 50. Jubiläums des Elysée-Vertrags aus Frankreich nach Leipzig zum Gedankenaustausch mit deutschen Ansprechpartnern kamen.

 

Der Botschafter hob die besondere Vermittlerrolle hervor, die Christine Cavalli zukommt, die als Kulturbeauftragte, Dolmetscherin und Übersetzerin am Institut Français in Leipzig zwischen Frankreich und Deutschland agiert sowie ihren Beitrag zur Verbreitung französischer Literatur in Deutschland durch Buchübersetzungen, u.a. von Dominique Wolton und Michel Besnier.

 

Christine Cavalli habe sich mit ihrer prägenden Persönlichkeit seit Gründung des Institut français Leipzig im Jahre 1990 bis zu ihrem Ruhestand 2011 große Verdienste um dessen Aufbau und Entwicklung erworben.

 

In ihrer mit viel Beifall aufgenommenen Antwortrede verwies Christine Cavalli darauf, dass auch ihr Ruhestand vom deutsch-französischen Geschehen geprägt sei und dass sie seit 45 Jahren, zunächst nur im privaten und später auch im beruflichen Bereich eng mit Frankreich verbunden sei. Sie ging kurz auf einige Schwierigkeiten ein, mit denen sich eine Ende der sechziger Jahre gegründete deutsch-französische Familie in der DDR konfrontiert sah und sprach dann über die an- und aufregenden ersten Zeiten des Institut français, über die Orientierung durch Prof. Dr. Claudine Delphis, der ersten Direktorin, das Institut nicht als elitäre Insel, als einseitigen französischen Kulturvermittler verstanden zu wissen, sondern alle Bemühungen darauf zu richten, eine neue, nachhaltige Qualität des gegenseitigen Verstehens mit den deutschen Partnern zu erreichen.

 

Als unbestrittene Erfolgsbeispiele der Arbeit des Institut français nannte Christine Cavalli die auf Initiative der Passage Kinos unter der Leitung von Petra Klemann ins Leben gerufenen Französischen Filmtage, die 2013 in ihrem 19. Jahr sind und den Stand des Institut français als Vertreter zahlreicher französischer Verlage seit 1992 auf der Leipziger Buchmesse, ein Projekt, das eng mit dem Namen und der Verantwortlichkeit von Oliver Zille verbunden ist.

 

Sie betonte, dass für ein andauerndes und intensives Engagement die Fähigkeit zur Begeisterung unabdingbar sei.

 

Dieses Wort Begeisterung habe sie nicht nur im Namen der EdB Stiftung angezogen, die Begeisterungsfähigkeit habe sie auch in der Arbeit mit den jungen Leuten der Stiftung wahrnehmen können, deren Anliegen insbesondere die interkulturelle Zusammenarbeit mit jungen Menschen in Europa sei. In ihrer Arbeit als Kuratorin der EdB Stiftung könne sie wie schon zuvor im Institut français Engagement und Begeisterung zur Verständigung junger Menschen aus unterschiedlichen Ländern als ihren kleinen Beitrag für eine funktionierende Zivilgesellschaft erbringen.

 

Einen brillanten Schlusspunkt setzte die in Leipzig lebende deutsche Schriftstellerin Angela Krauß, die beiden Geehrten freundschaftlich verbunden ist und seit vielen Jahren immer wieder zu Gast im Institut français weilt. Sie las aus ihrem Buch “Weggeküßt“ über das Ankommen der Franzosen 1990 in Leipzig und sprach in Worten, die genau gesetzten farbigen Pinselstrichen glichen, über den Wert des Wortes im Allgemeinen und in Zeiten des Umbruchs im Besonderen, über das Wertschätzen von Differenzen in Herkunft, Sprache und Werdegang als Möglichkeit, den Anderen zu begreifen.

 

Es war eine würdevolle Stunde der deutsch-französischen Freundschaft in Leipzig, von der auch S.E. Botschafter Maurice Gourdault-Montagne sichtlich beeindruckt war.

 

 

 

Bericht: Anna Maria Jurisch

Ihre Ansprechpartnerin

Portrait Robert Biskop

Christine Cavalli

Kuratorin der Stiftung Elemente der Begeisterung

christine.cavalli[at]t-online.de