Leserstimmen

Hier veröffentlichen wir die Meinungen, Zusammenfassungen und Rezensionen einzelner Leser und Leserinnen unserer Bibliothek. Sie vertreten damit nicht die Meinung der Stiftung, sondern ihre persönliche. 

Backerra, Herrmann, Huhn, Lazzeri: Selbstbestimmt arbeiten. Bausteine und Methoden 

Viele verschiedene Ansätze um seine Einstellung zu ändern; Ansätze jedoch sehr kurz gefasst - findet man zu jedem einzelnen wahrscheinlich ausführlichere Literatur (z.B. Flow). Das Buch ist gut für eine kleine Motivationsspritze, aber nicht um wirklich etwas zu ändern.

 

Gessler, Uhlig-Schoenian: Projektmanagement macht Schule 

Gutes Beispiel, um zu lernen nach einem Leitfaden zu arbeiten. Für Projekte wie das im Buch gewählte Beispiel „Schulfest“ jedoch m.E. zu umständlich. Kann man jemanden geben, der/ die ein großes Projekt vor sich haben und Struktur hineinbringen wollen, bzw. auch als didaktischer Leitfaden für Lehrpersonen gut.

 

Gilmore, Pine: Erlebniskauf - Konsum als Erlebnis, Business als Bühne, Arbeit als Theater 

  • Voranstehende Annahme: Wir sind auf dem Weg in eine Erlebnisgesellschaft und -wirtschaft. 
  • Dienstleistungen und Güter sollten als Erlebnis verkauft werden. Erlebnisse erkennt man daran, dass Kunden einprägsam in das Geschehen eingebunden werden. 
  • In Abgrenzung zur „Massenware“ sollen Waren/ Dienstleistungen das Individuum persönlich ansprechen. 
  • Erlebnisse sollten am besten die vier Faktoren beinhalten: Unterhaltung, Bildung, Realitätsflucht und Ästhetik. Am wichtigsten sei es, dass Kunden aktiv an den Erlebnissen teilnehmen. 
  • Beispiel: Kaffee trinken. Das Produkt kann überall gleich sein, jedoch kostet er zum Beispiel direkt neben dem Notre Dame viel mehr, da damit das Gefühl und Erlebnis verknüpft wird, dort zu sitzen und Teil der Umgebung zu sein. 
  • Das Thema des Erlebnisses soll gut definiert und in sich stimmig sein. 
  • Man solle sich bewusst sein, beim Anbieten des Erlebnisses, oder allgemein bei der Arbeit nur eine Rolle zu spielen. Die Menschen wollen einen nicht persönlich kennen lernen, sondern man hat eine Rolle zu spielen, die den Kunden entgegen kommt. 
  • Das „Bühnenbild“, also die Oberfläche und Umgebung des Erlebnisses soll in sich stimmig sein. 
  • Außerdem sollten die Kunden so wenig Zugeständnisse wie möglich machen sollen. Der Kunde ist König und man sollte viel Zeit da rein investieren herauszufinden, was genau die Kunden wollen und wie man ihnen entgegen kommen kann. 

Meinung: Vielleicht ganz gut, um einmal einen Perspektivwechsel anzustoßen, wobei ich dafür eher Goffman (dieser wird erst auf Seite 163 erwähnt) empfehlen würde. Gilmore und Pine scheinen eine Patentlösung für alles zu haben und sind dabei öfters etwas undifferenziert, m.E. hat auch ihre Religiosität nichts in einem Buch über Marketing zu suchen. Allerdings gelingt es ihnen, einen Perspektivwechsel anzustoßen und mit guten Beispielen zu untermauern - auch wenn diese sehr auf die amerikanische Gesellschaft zugeschnitten zu sein scheinen. 

 

Glaubitz, Uta: Der Job, der zu mir passt

In diesem Buch stellt Uta Glaubitz ihre Methode der „individuellen Berufsfindung“ vor. Das Buch ist in drei Teile geteilt: Vorstellung der Methode „individuelle Berufsfindung“, der Workshop zu der Methode mit einem Leitfaden an Aufgaben und im dritten Teil weitere Tipps Anregungen. Das Buch ist zum Durcharbeiten angelegt, indem man anhand der Workshop-Aufgaben eine Berufsfindungs-Mappe erstellt. Dabei ist Uta Glaubitz motivierend und gibt viele anregende Beispiele. 

Vor allem ist das Buch geeignet für Menschen, die schon in einem Beruf arbeiten, aber wechseln wollen. Außerdem beinhaltet es viele gute Fragen zur Selbstreflexion und Motivationssuche. Es lohnt sich auf jeden Fall es mal zu lesen und von der mitschwingenden Motivation anstecken zu lassen. 

 

Huhn, Backerra: Selbstmotivation. FLOW - Statt Stress oder Langeweile 

Beim lesen merkt man, dass Huhn und Backerra auch „Selbstbestimmt arbeiten“ mit geschrieben haben, da die Themen sich zu großen Teilen überschneiden und sich teilweise Wort für Wort in beiden Büchern wieder finden. Geeignet ist das Buch für Menschen, die gerade eine berufliche (Stress-)Krise durchmachen und Struktur brauchen. Es ist ein „Mitmach-Buch“, das sich selbst als Coaching-Buch versteht, nicht nur zum lesen. Einzelne Anleitungen zu den Themenbereichen:

  • Achtsamkeit/ Aufmerksamkeit 
  • Flow
  • Eigenes Wertesystem
  • Definition und Konkretisierung von Zielen 
  • Unterscheidung Wichtiges/Dringendes - Ivy-6-Punkte-Prinzip (Produktionsmaximierung) 

 

Das Buch setzt sich für einen „Weg mit Herz“ ein, begleitet durch viele Übungen wie Imaginationsübungen und Visualisierungshilfen. 

 

Kim, Mauborgne: Der Blaue Ozean als Strategie - Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt

  • In dem Buch geht es um sogenannte SEOs (Strategien zur Eroberung blauer Ozeane).
  • Blaue Ozeane sind hierbei Märkte, die es so noch nicht gibt und somit eine Zielgruppe einnimmt, die von anderen Unternehmen/ Anbietern noch nicht angesprochen wird. Als Gegenstück werden die roten Ozeane genannt, in denen ein einfacher Wettbewerbsstreit herrscht, jedoch die selben Konzepte angeboten und somit dieselben Kundengruppen angesprochen werden.
  • Einleitend sind hier die Automobil- und Luftfahrtbranchen genannt, die es früher noch nicht gab, weitestgehend wird aber der Cirque du Soleil als Kernbeispiel weitergenutzt - ein Zirkus, der sich von anderen abhebt, obwohl er nur seinen Fokus geändert hat und dabei sogar teurer geworden ist.
  • Als grundlegendes Konzept wird beschrieben, dass blaue Ozeane aus roten Ozeanen durch vier Handlungen entstehen können: Reduzierung, Kreierung, Eliminierung und Steigung.
  • Drei Kennzeichen einer guten Strategie seien: Der Fokus, eine Divergenz (Abweichung von den Strategien anderer Anbieter) und ein überzeugender, authentischer Slogan, der auch der Wahrheit entspricht. 
  • Es wird zwischen drei Kategorien von Nichtkunden unterschieden: Die baldigen Nichtkunden (die bei einem besseren Angebot sofort abspringen), die sich verweigernden Nichtkunden (die bewusst kein Kunde sind) und die unentdeckten Nichtkunden (die einfach noch nicht im Fokus vorhandener Märkte stehen)
  • Es folgen noch weitere Anleitungen, wie man eine bestehende Organisationskultur feststellt und sie strategisch verändert. 

Meinung: Auch hier gute Beispiele und ein guter Denkanstoß zum „querdenken“, jedoch ist die Terminologie hier m. E. zum Teil unnötig aufgebauscht. Für einen Workshop ist die Grundidee vielleicht gut zu verwenden - jedoch indem die Kernthesen auf den Punkt gebracht und die Terminologie „entschlackt“ werden. 

 

Nöllke, Mentzel: Managementwissen 

Der Taschenguide ist kurz und knapp geschrieben. Er ist in zwei Teile ( Management und BWL Grundwissen) aufgeteilt, die Teile haben nichts miteinander zu tun und wiederholen sich an manchen Stellen. Im ersten Teil geht es um Führungskräfte, Selbstmanagement, Informationsmanagement und Managementstrategien. Im zweiten Teil geht es um den Aufbau eines Unternehmens, Unternehmensführung, Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, Marketing und Personalwirtschaft in kurzen, zusammenfassenden Kapiteln. Das Buch gibt einen guten Überblick und ein paar weitere Literaturvorschläge. 

 

Pichert: Erfolgreich Fördermittel einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen

Eine unterhaltsame Annäherung an das Thema Projektanträge. Schön strukturiert und mit wertvollen Erfahrungsanekdoten ausgestattet. Gut geeignet um ein erstes Gespür für das Thema zu bekommen. Das Buch stellt keine „Checklisten“ bereit, man kann sich jedoch einfach daraus auf die individuelle Situation zugeschnittene selbst herausziehen. 

Beinhaltet: 

  • Einen wertvollen Einblick in den Bereich Fördermittel, auch aus Perspektive der Fördernden 
  • Tipps zum Schreiben für EU-Förderanträge 
  • Sonstige Hilfestellungen (z.B. zu verwendende Sprache) und Tipps, auf was EvaluatorInnen besonderen Wert legen

 

Piwko: Fundraising als Chance

Gute, knappe Einführung in die verschiedenen Möglichkeiten des Fundraisings. Auch hier könnte man sicher für die einzelnen Kapitel ausführlichere Literatur finden. Als Überblick ist das Heft auf jeden Fall gut geeignet. Aber auch hier gilt, dass es am nützlichsten ist, wenn man es jemandem gibt, der tatsächlich am Anfang steht, sich für ein konkretes Projekt finanzielle Unterstützung suchen zu wollen. 

 

Pleschinski, Hans: Der Holzvulkan 

Eine sehr kurzweilige und ästhetisch unterhaltsame Geschichtsstunde über den Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714), der mit seinem Größenwahn und seinen ästhetischen Hohenflügen es schaffte eine Scheinwelt zu erschaffen, von der heute leider nichts mehr übrig geblieben ist. Vor allem regionalhistorisch sehr interessant. 

 

Väth: Cooldown. Die Zukunft der Arbeit und wie wir sie meistern.

Der Autor und Dozent Markus Väth ist seit 2011 Kurator der Stiftung Elemente der Begeisterung. Nach seinem Psychologie-Studium arbeitete er zunächst bei einem privaten Bildungsträger und danach bei einem großen Software-Unternehmen. Er ist Experte für Burnout-Prävention und Personalentwicklung und seit 2005 selbständig.
Sein neues Buch „Cooldown. Die Zukunft der Arbeit und wie wir sie meistern“ ist der direkte Nachfolger seines Debut-Werks „Feierabend habe ich, wenn ich tot bin. Warum wir in Burnout versinken. Durch Anregungen von Lesern entstand nun ein Buch, welches nicht nur die Herausforderungen unserer modernen Gesellschaftstransformationen für den Berufsalltag schildert, sondern auch wie es zu diesen kam – und vor allem, wie wir sie meistern können. Hierbei verfolgt M.Väth einen Mittelweg zwischen dem typischen Charakter eines Ratgebers und eines wissenschaftlichen Werks. Dieser Stil führt den Leser durch das gesamte Werk und nimmt ihn an die Hand, um mit dem von Markus Väth entwickelten Insel-Konzept den neuen Arbeitsalltag zu meistern.
Während sich der erste Teil des Buches auf die „dritte Transformation“ – die neue Kommunikationsgesellschaft - beschränkt und wie die u.a. neue Informationsflut unser Stress-Level erhöht, wird dem Leser im zweiten Teil, das Insel-Konzept erklärt und Ihm mit hilfreichen Tipps geholfen, sich auf diese neuen Herausforderungen einzustellen. Herausstechend ist hierbei, wie das Insel-Konzept es schafft, die großen Veränderungen in der Arbeitswelt einfach und klar zu definieren. Das Konzept gibt dem Leser fünf Impulse, die Ihm helfen sich in der „neuen Welt“ besser zu orientieren und seinen Weg zu finden.
„Wie gehe ich ökonomisch und effizient mit Informationen um? Wie erwerbe ich soziale Kompetenzen und baue tragfähige Netzwerke auf? Wie organisiere ich mich selbst in einer komplexen Arbeitswelt? Wie entwerfe und verfolge ich einen moralischen Kompass und wie kann gute Führung aussehen?
Diese Fragen, die Grundlagen des Insel-Konzepts, werden nicht nur aufgeworfen, sondern auch ausführlich beantwortet. Hierbei ist der bereits erwähnte besondere Aufbau des Buches der Schlüssel zum Erfolg für den Leser. Wenn dieser erfährt, dass er mehr als 3.000 Informationen an einem Tag verarbeiten muss, wird schnell deutlich, dass ein Sieb der Information nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig ist. Viele weitere kleine Anregungen, die unser Leben deutlich verbessert liefert Markus Väth in seinem Buch.
„Die Insel ist eine Idee, wie der einzelne arbeitende Mensch sich in der Arbeitswelt von morgen zurechtfinden kann.“
Dieses Buch ist eine Empfehlung für jeden, der sich nicht nur vor Herausforderungen in dieser neuen Arbeitswelt sieht, sondern auch für jeden, der fundiertes Hintergrundwissen über die fünf Prinzipien der Insel erfahren möchte, um seinen Wissensschatz zu erweitern.

 

Für die Konzeption der Akademie für Junges Engagement haben wir uns auch an den Überlegungen von Markus Väth orientiert.

 

Väth: Feierabend hab ich, wenn ich tot bin. Warum wir im Burnout versinken. 

Markus Väth vertritt in seinem Buch die These, dass Burnout ein strukturelles Problem unserer (Arbeits-)Gesellschaft ist und eine langfristige Lösung eher präventive Strukturveränderungen anstatt individueller Symptombekämpfungen sein können. 

Themen:

  • Was ist eigentlich Erfolg? 
  • Geschichte des Begriffs „Burnout“ und Erklärung, warum man ihn schlecht definieren kann 
  • Ein Plädoyer gegen die Entwicklung hin zur Multitasking-Gesellschaft
  • Warum Zeitmanagement keine Lösung ist 
  • „Information Overload“ - medienkritischer Exkurs 
  • Unternehmensstrukturen die zum Burnout führen - warum die Unternehmensführung wichtig für die Organisationskultur ist